Gewerbeversicherungen für Existenzgründer

03. Februar 2012 von Christian Kraus

Existenzgründer sollten sich bereits in der Gründungsphase Gedanken um die eigene Absicherung und die des Unternehmens machen. Für den Unternehmer selbst gehören dazu die Berufsunfähigkeitsversicherung und eine private Altersvorsorge. Für das Unternehmen und die eigene berufliche Tätigkeit sind Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung enorm wichtig, da es gerade in der Anfangsphase zu folgenschweren Fehlern kommen kann.

Was leistet eine Haftpflichtversicherung für Unternehmer?

Egal in welcher Branche Sie arbeiten, unterläuft Ihnen oder einem Ihrer Mitarbeiter während der Arbeit ein Fehler, kann dieser zu erheblichen Kosten führen. Denn für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die infolge Ihrer betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit geschehen, sind Sie haftbar zu machen. Gerade bei größeren Schäden oder Personenschäden, die sehr viele Folgekosten hervorrufen, müssen Sie notfalls mit Ihrem Privatvermögen haften, wenn das Kapital des Unternehmens nicht ausreichend ist.

Gewerbeversicherungen für Existenzgründer

Hier können Ihnen eine Berufs- und eine Betriebshaftpflichtversicherung helfen. Die Betriebshaftpflichtversicherung kommt für alle Schäden auf, die an Dritten infolge Ihrer betrieblichen Tätigkeit entstehen. In der Regel handelt es sich dabei um Personen- oder Sachschäden, aber auch Vermögensschäden, die in der Folge entstehen, werden erstattet. Beispielfälle gibt es zahlreiche. So sind Sie durch die Betriebshaftpflicht geschützt, wenn ein Kunde in Ihren Büroräumen stürzt und sich verletzt, ebenso wie wenn Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter das Eigentum Dritter bei Arbeiten beschädigt.
Die Berufshaftpflicht greift hingegen vorwiegend bei reinen Vermögensschäden. Für einige Berufsgruppen ist sie gesetzlich vorgeschrieben, etwa für Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten oder Ärzte. Häufig sind die Grenzen zwischen beruflicher und betrieblicher Haftung fließend. Daher bieten viele Versicherungsanbieter eine Kombination aus beiden Versicherungen an.

Versicherungsbedarf genau ermitteln

Dies kann allerdings sehr hohe Kosten verursachen. Sinnvoll ist es daher, den Versicherungsschutz genau auf Ihr Unternehmen zuzuschneiden. Denn nicht nur die Branche, in der Sie arbeiten, hat Einfluss auf Ihren genauen Versicherungsbedarf, auch Unternehmensgröße, Firmenstandort, Mitarbeiterzahl und die Natur der von Ihnen angebotenen Waren bzw. Dienstleistungen entscheidet darüber, welche Leistungen Sie für einen optimalen Schutz benötigen. Es ist daher ratsam, die Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsexperten in Anspruch zu nehmen, der sich auf Gewerbeversicherungen spezialisiert hat. Er kann sie eingehend dazu beraten, welche Leistungen Sie benötigen, auf welche Sie besser verzichten und welche weiteren Versicherungen gegebenenfalls sinnvoll sind. Er kann Ihnen darüber hinaus auch bei der Auswahl des Tarifs behilflich sein. So können Sie Ihre Unternehmensgründung umfassend und kostengünstig absichern.

Selbstständig machen als Freiberufler oder Freelancer – Was bedeutet das?

01. Februar 2010 von Christian Kraus

Was bin ich und was will ich sein? Diese philosophisch anmutende Frage dürften sich wohl viele Gründer stellen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Auch wir haben diese Phase beim Aufbau der BizWiese durchgemacht und sind eigentlich immer noch damit beschäftigt, denn es gibt ständig Neues zu lernen.

Um den Einstieg für Neulinge zu erleichtern, klären wir in diesem Beitrag die häufigsten Missverständnisse auf, die bei der Nutzung der Begriffe “Selbstständigkeit”, “Freiberufler”, “Freelancer” und “Gewerbe” auftreten.

Ich bin Freiberufler

Der Freiberuf oder auch freie Beruf beschreibt bestimmte selbstständige Tätigkeiten, die im Einkommenssteuergesetz (§18 EStG) und im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (§1 PartGG) verankert sind und nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Hierzu zählen selbstständige Aktivitäten, die eine besondere berufliche Qualifikation oder schöpferische Begabung erfordern, wie z. B. in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Erziehung. Nach dem deutschen Recht sind Selbstständige entweder Freiberufler oder Gewerbetreibende, allerdings niemals beides zusammen.

Freie Berufe in Deutschland im Jahr 2008 (Quelle: Institut für Freie Berufe, Erlangen, 2008)

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker
  • Rechtsanwälte, Patentanwälte und Notare
  • Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater
  • Architekten, Ingenieure (auch beratend) und Sachverständige
  • Freie Kulturberufe

Laut der aktuellen Statistik (Stand 01.02.2010) des IfB Bonn gibt es mittlerweile über 1.000.000 Freiberufler in Deutschland. Weitere Interessante Statistiken gibt es übrigens im Statistik-Bereich des IfB.

Und hier die wichtigsten Vorteile, die man als Freiberufler genießt:

  • Keine Gewerbesteuer
  • Keine Anmeldung beim Gewerbeamt
  • Einfache Buchhaltung auch bei hohen Gewinnen (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
  • “Ansparabschreibungen” bieten bessere Möglichkeiten zur Abschreibung

Es gibt aber auch Nachteile, da einige freie Berufe an bestimmte Regelungen, die sogenannten Berufsrechte, gebunden sind. Das Berufsrecht definiert für bestimmte Berufsgruppen im Detail, wie man sich als ausübender Freiberufler zu Verhalten hat. Insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte, Notare und Wirtschaftprüfer sind durch das Berufsrecht an viele Einschränkungen gebunden, z. B. im Bereich des Selbstmarketing (Werbung), das im Internetzeitalter immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auch die Kooperationen zwischen einzelnen freien Berufen sind immer noch stark eingeschränkt. Über die Auswirkungen des  Berufsrecht im Zeitalter des Internet hatten wir daher bereits berichtet.

Ich bin Freelancer

Der Begriff “Freelancer” ist in Deutschland nicht rechtlich geschützt und kann daher wie der Stempel “Unternehmensberater” beliebig verwendet werden. Da mit diesem Begriff in Deutschland allerdings keine Qualitätserwartung seitens der Kunden verbunden sind, kann damit weitaus unproblematischer umgegangen werden, als z. B. mit der ungeschützten Bezeichnung als Unternehmensberater.

Das Freelancing ist bereits vor vielen Jahren als Begriff populär geworden und stammt ursprünglich aus dem US-amerikanischen Sprachraum. Dort sind Freelancer allgemein Personen, die selbstständig, mit eigener Verantwortung und persönlichem Risiko projektbasierte Dienstleistungen anbieten und damit Ihr Leben finanzieren. Auch hierzulande ist ein Freelancer in erster Linie selbstständig und arbeitet projektbasiert, wobei dieser Begriff keine Aussage über den Status als Freiberufler oder Gewerbetreibender enthält.

Was? Ich betreibe ein Gewerbe?

So oder ähnlich klingt häufig die Reaktion von Privatpersonen, die neben Ihrem Hauptberuf eine kleine Internetseite für den Kegelverein managen und dort z. B. Google AdSense integrieren, wenn das Finanzamt davon erfährt. In Deutschland ist man grundsätzlich Gewerbetreibender, sofern man (a) kein Freiberufler ist und (b) eine wirtschaftlich motivierte sowie nachhaltige Tätigkeit ausführt, der eine dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht zugrunde liegt und die auf eigene Rechnung und Verantwortung ausgeführt wird.

Wenn man als Unternehmensgründer wirtschaftlich aktiv wird, d. h. Umsätze erwirtschaftet oder Waren einkauft, sollte man dementsprechend unbedingt ein Gewerbe anmelden. Diese Regelung gilt unabhängig von der Rechtsform (z. B. GbR) des Unternehmens und kennt nur eine einzige Ausnahme: Man ist Freiberufler. In diesem Fall betreibt man kein Gewerbe und genießt u. a. den Vorzug, dass man keine Gewerbe anmelden muss.

Einzelfall IT: Systemprogrammierung vs. Anwendungsprogrammierung

Laut deutscher Rechtsprechung sind nur bestimmte Berufsgruppen als Freie Berufe anerkannt und werden dementsprechend vom Finanzamt behandelt. Wer den Status Freiberufler erhält, genießt bestimmte steuerrechtliche Vorteile, die das Leben als Selbstständiger durchaus erleichtern können. Im Zweifelsfall prüft das zuständige Finanzamt den persönlichen Status und entscheidet, ob man als Freiberufler zugelassen wird.

Bei den modernen  IT-Berufen ist die immer noch praktizierte Unterscheidung  zwischen Systemprogrammierung und Anwendungsprogrammierung allerdings sehr problematisch und führt in Einzelfällen zu ganz unterschiedlichen Einstufungen. Systemprogrammierer werden als Freiberufler anerkannt, Anwendungsprogrammierer hingegen nicht, weil die erforderlich Komplexität und geistige Herausforderung bei dieser Form der Softwareentwicklung angeblich fehlt. In Zeiten des Internets und hochkomplexer Netzwerke, die sich hinter gängigen Anwendungen verbergen, ist diese Unterscheidung zwar absurd, aber leider weiterhin de jure gültig.

Es bleibt daher zu hoffen, dass der Gesetzgeber die längt ausstehende Reform der freien Berufe bald durchführt und damit auch neue Berufszweige im IT-Sektor als freiberufliche Tätigkeiten berücksichtigt.

Bist Du selbst Freiberufler oder Gewerbetreibender? Welche Erfahrungen hast Du beim Schritt in die Selbstständigkeit und bei der Statuswahl gemacht? Wir freuen uns auf Eure Kommentare, Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

Barcamp Ruhr 3 in der Kulturhauptstadt 2010 – Standortbezogene Dienste im Fokus

27. Januar 2010 von Christian Kraus

Wir sind mit dabei!

Schon innerhalb von 6 Minuten waren gestern alle 160 Plätze zum Barcamp Ruhr 3 im Essener Unperfekthaus vergeben, sowohl für den Samstag als auch am Sonntag (20.03. – 21.03.2010). Zum Glück war ich direkt bei der Öffnung der Teilnehmerlisten online und konnte mich für den Samstag einklinken, sodass dieses Jahr auch die BizWiese beim Barcamp Ruhr vertreten sein wird.

barcampruhr2

Die Organisatoren (u. a. Stefan Evertz – hirnrinde.de) haben aus meiner Sicht im Vorfeld großartige Arbeit geleistet. Vor allem der Aufbau einer mixxt-Community als Barcamp Plattform erweist sich als ideal zur Organisation dieser Eventform. Die Community des Barcamp Ruhr 3 hat bereits über 400 Mitglieder und auch bei Twitter hat @bcruhr3 bereits über 250 Follower versammelt. Der Hashtag lautet übrigens entsprechend #bcruhr3.

Im Mittelpunkt des Camps stehen dieses Jahr “standortbezogene Dienste”, die im engeren Sinne also Themen rund um den Bereich Geolokalisierung umfassen. Darunter wird es aber auch regional abhängige Themen geben, wie z. B. Projekte, die im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 entstehen und stattfinden. Ich finde es übrigens schön, dass der Veranstalter in diesem Zusammenhang auch mal die deutsche Variante von “location based services” nutzt.

Da ich zum ersten mal an einem Barcamp teilnehme, bin ich besonders gespannt auf das Feeling und freue mich auf die Inhalte und natürlich die Leute vor Ort mit Ihren Ideen. Ich drücke den Veranstaltern deshalb die Daumen, dass das Barcamp Ruhr 3 mindestens genauso gut wird, wie die bisherige Vorbereitung. Weiter so!



 
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