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Elevator Pitch Training – Mit Leidenschaft Investoren begeistern

Montag, 25. Januar 2010

POWeR für Startups

Wie lernen Gründer eigentlich das Präsentieren Ihrer Geschäftsidee? Was muss oder kann in die Präsentation, was sind no-gos? Diese Fragen stellt sich wohl jeder Gründer, der in einem minimalen Zeitfenster vor Investoren die eigene Geschäftsidee in vollem Glanz präsentieren will.

Die Antworten fand ich am vergangenen Freitag im Technologiepark der Universität Paderborn beim Vorbereitungsseminar zum POWeR Investment Forum 2010, zu dem auch unser Gründerteam BizWiese eingeladen wurde. Nach dem Motto “Startups meet Investors” (und natürlich umgekehrt), wurden zehn hochkarätige Gründerteams intensiv auf das Zusammentreffen mit Investoren am 03. Februar 2010 vorbereitet. Dabei wurden die Präsentationen der Gründer von der technischen Seite geprüft und – aus meiner Sicht noch wichtiger – aus der geschäftlichen Perspektive durchleuchtet, auf Herz und Nieren gecheckt und verbessert.

Die Patent Offensive Westfalen Ruhr (POWeR) unterstüzt mit dem POWeR Investment Forum die Suche der Gründerteams nach geeignetem Beteiligungskapital und eröffnet gleichzeitig Investoren wie z. B. Seed-Fonds und Business-Angels einen Zugang zu ausgewählten Geschäftsideen mit hohem Erfolgspotential.

Präsentationstechnik – Nicht angeboren, aber erlernbar

Dr. Yvonne Groening, Geschäftsführerin der MyConsult GmbH leitete zunächst durch ein professionelles Präsentationstraining. Hierbei ging es um das Handwerk des Präsentierens und die dabei zu beachtenden Verhaltensweisen. Dabei standen viele verschiedene Faktoren wie z. B. Standfestigkeit, Blickkontakt, Tempo, Lautstärke, Gestik, Mimik und das Foliendesign auf dem Prüfstand. Nach Auswertung der auf Video gefilmten Gründer Pitches stand fest, dass viele Gründer bereits erfahren im Umgang mit Präsentationen sind und der Feinschliff bei vielen nur durch eines erreicht werden kann: üben, üben und nochmals üben.

Geschäftsidee und Team | Spannungsbogen

Eine der entscheidenden Fragen beim Pitch ist wohl, ob das Gründerteam mit seiner Persönlichkeit oder die Geschäftsidee mit Ihren Potentialen im Vordergrund steht. Auch nach diesem Vorbereitungsseminar bin ich diesbezüglich leider nicht schlauer, es lässt sich aber festhalten: Beides muss rein und sollte jeweils spannend für den Investor aufbereitet werden. Es gibt aber leider kein Rezept für die Zutaten und Mengen. Nach der Auswertung der zehn Präsentationen war mir klar, dass unterschiedliche Zusammensetzungen der Inhalte je nach Geschäftsidee besser oder schlechter gewirkt haben. Letztendlich kommt es also auf das unabhängige Feedback von Profis an – sucht Euch also am besten Jemanden, der Euch und die Inhalte unvoreingenommen beurteilen kann.

Der Tip von Frau Dr. Groening: Baut einen Spannungsbogen auf und setzt am Ende der Präsentation einen Fogleimpuls, um den Zuhörer zu aktivieren. Demzufolge gibt es vier Phasen:

  1. Information: Wer bin ich, was mache ich? Einfach und schlicht, nicht übertreiben!
  2. Spannung aufbauen: Eine interessante Frage stellen. Mit Metaphern und Bildern arbeiten. Wine Geschichte über das eigene Produkt erzählen.
  3. Spannung lösen: Und jetzt die Bombe zünden. Die eigene USP zeigen. Was kann unser Produkt und die Anderen nicht? Wie sieht der konkrete Anwendungsfall aus?? Wie funktioniert meine Dienstleistung beim Kunden?
  4. Folgeimpuls setzen: Abschließend den Investor zum Gespräch einladen. Direkte Ansprache. Interesse wecken für den Austausch der Visitenkarten. Das Ziel sind 3 Visitenkarten von Investoren.

Marketing und Finanzen | Leidenschaft und Fakten

Florian Schmidt, Investment Manager und Geschäftsführer der Cresces GmbH, verriet den Gründerteams einige Insights der Branche und machte klar, dass Investoren auch nur Menschen sind. Laut ihm setzen Gründerteams den Fokus Ihrer Präsentation leider zu häufig auf die eigene Technologie oder unwichtige Produktdetails. Diese Selbstverliebtheit schadet dem Pitch, weil der Investor aus Kundensicht denkt und fühlt. Ihn interessiert nicht das Produkt, sondern der Nutzen für den Kunden. Der Investor will in kürzester Zeit wissen, welches Problem gelöst oder Bedürfnis befriedigt wird. Dazu muss der Gründer seine Idee mit Leidenschaft und Herz präsentieren, denn nur so wirkt er überzeugend und authentisch.

Zu den Zahlen: Finanzierungs- und Marketingstrategien und die zugehörigen Zahlen spielen beim Pitch eine untergeordnete Rolle. Das Gründerteam und die Geschäftsidee samt Kundennutzen stehen im Vordergrund. Sofern es spektakuläre Zahlen zum Markt, wie z. B. enormes Wachstumspotential gibt, sollten diese natürlich erwähnt werden. Detailliertes Zahlenwerk zu den Finanzen (wann wird welche Rechnung fällig?) sind beim Pitch allerdings fehl am Platz.

Der Kundennutzen sollte idealerweise in einer emotional ansprechenden Story oder Metapher verpackt werden, in die sich der Investor persönlich hineinfühlen kann. Man muss den Investor abholen und mitreißen, deswegen sollte die Story unbedingt mit etwas Pfiff gewürzt sein. Der Gründer muss dazu aus sich herauskommen und sein Selbstvertrauen nutzen. Investoren und Startups sind bei einem Pitch auf gleicher Augenhöhe, denn Sie versuchen beide einen Nutzen aus der Situation zu ziehen. Es gibt also keinen Grund zögerlich oder ängstlich zu sein, im Gegenteil es sollte ein Feuerwerk steigen. Ein Tipp um sich locker zu machen: Besinnt Euch auf die bisherigen Erfolge und macht Euch klar, dass Ihr und Eure Idee zusammen viel Wert und Potential habt.

An alle Unternehmensgründer: Wie sind Eure Erfahrungen mit Investoren oder Banken? Wie habt Ihr euch bei Präsentationen und nachfolgenden Gesprächen bzw. Vertragsverhandlungen verhalten, was waren die Ergebnisse?

Rückblick der Woche (27/2009)

Freitag, 03. Juli 2009

Kooperation

Häufig gehört und doch zu oft vernachlässtigt: Kooperationen spielen für junge Unternehmensgründer eine große Rolle um heutzutage erfolgreich zu sein und sich gegen etablierte Wettbewerber im Markt zu behaupten. Genau aus diesem Grund halten auch wir durchgängig unsere Augen und Ohren offen, um Kooperationsgelegenheiten mit anderen StartUps oder Unternehmen zu finden. Bereits vor längerer Zeit haben wir einige mittlerweile erfolgreiche Web 2.0 Startups ausgemacht, mit denen wir hervorragende Synergien schaffen könnten. Kürzlich ist ein weiterer Kandidat hinzugekommen, der eher in klassischen Gewässern schwimmt. Er könnte allerdings für unser Modell einen optimalen Marktzugang darstellen und im Gegenzug könnten wir ihm mit der BizWiese vielleicht genau die Plattform bieten, die er für sein Business sucht. Ich kann an dieser Stelle natürlich noch keinen Namen nennen. Wir werden allerdings im Laufe der Entwicklung unseres Prototypen auf ihn zu gehen und sind gespannt, ob wir ihn überzeugen und für uns gewinnen können. Damit würde sich möglicherweise ein großartiger Vorteil bei der Markterschließung ergeben.

Versicherungen

Das ungeliebte aber äußerst wichtige Thema der Versicherungen liegt aktuell auf der Agenda: Welche Leistungen braucht ein junges Internet Startup um sich gegen Risiken abzusichern? Wir sind der Meinung, dass es im Web andersartige Risiken gibt, als in klassischen Geschäftsbereichen und Industrien. Haftungsfragen haben z. B. ganz andere Dimensionen, da Online- Dienste, prinzipiell weltweit erreichbar sind und dadurch auch weltweit Schaden oder Haftungsansprüche auslösen können. Der Bereich der Versicherungen hat also bei Web Startups einen sehr starken Bezug zum IT-Recht und technischen Fragestellungen. Die Kernfrage lautet wie man die möglichen Risiken identifiziert, kategorisiert und angemessen bewertet. Hierzu gibt es bisher leider nur sehr wenig brauchbare Literatur. Aus diesem Grund suchen wir aktuell nach professioneller Beratung, damit die BizWiese zukünftig auf sicherem Boden wächst. Für hilfreiche Literaturtips, Ideen und Vorerfahrungen anderer Gründer wären wir natürlich sehr denkbar!

In diesem Zusammenhang noch eine wichtige Ergänzung:

Mit der BizWiese schaffen wir eine Plattform, die unser aktuelles Problem mit den Versicherungen optimal lösen würde. Wo finde ich einen Versicherungberater, der schon einmal erfolgreich ein technologiebasiertes junges Startups im Webbereich beraten hat und zudem Zugang zu einem IT-Rechtsexperten besitzt, der die Haftungsrisiken kennt und beurteilen kann? Ausserdem sollte am besten noch jemand dabei sein, der unser Geschäftsmodell im gesamten betrachten und beurteilen kann, sprich ein Unternehmensberater, der bereits ein anderes ähnliches Startups erfolgreich begleitet hat. Wo finde ich solch ein Team? Die Antwort lautet bisher ganz einfach: Nirgends. Es sei denn du kennst jemand wirklich Guten, der noch jemand anderen viel Besseren kennt, der vielleicht genau diejenigen kennt, die du suchst. Im Zweifelsfall findet dein Berater natürlich immer jemanden “der das hinbekommt”. Aber mal ehrlich, das passt nicht zu den hohen Ansprüchen, die viele Unternehmer (wie auch wir) stellen und haben müssen, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Im Übrigen: Eine Recherche im Web nach einem derartigen Experten-Team war für mich völlig aussichtlos, da Google hierfür einfach nicht gemacht ist und auch die gängigen Business-Portale kein brauchbares Ergebnis gebracht haben.

Unternehmensbewertung

Eine weitere nicht zu unterschätzende Aufgabe will gelöst werden: Die Unternehmensbewertung junger Startups in der Seed-Phase, die auf der Suche nach Investorenkapital sind. Klassische Bewertungsansätze wie das Substanzverafhren scheitern bereits daran, dass junge Unternehmen in der Regel keinen Besitz wie Anlagen und Umlaufvermögen vorweisen können. Es fehlt schlichtweg die Substanz.
Ebenso scheitert allerdings auch das Ertragswertverfahren, nach dem der Unternehmenswert auf Basis der zukünftigen zu erwartenden Gewinne bemessen wird. Wie soll nun plausibel ein zukünftiger Gewinn kalkuliert werden, wenn es noch keine Vorerfahrungen mit diesem Unternehmen, keine Kunden und keine Umsätze gibt?
Genau das sind die Fragen, die wir in den kommenden Wochen beantworten wollen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Bewertung junger Startups ein “heißes Eisen” ist, an dem sich schon so mancher verbrannt hat. Sehr treffendes Zitat dazu waren “Price is what you pay, value is what you get” oder “Bewertungsmodelle [sind] geduldig, der Wert ist, was bezahlt wird” in der Xing Gruppe “Existenzgründer und Selbstständige”. (Ich weiß leider nicht, ob der Autor hier gennant werden möchte, daher verzichte ich an dieser Stelle auf seinen Namen)

Wo ich gerade bei Xing bin:

Die Beiträge in dieser Gruppe waren bis auf wenige Ausnahmen sehr hilfreich, damit hatte ich eigentlich gar nicht gerechnet, da dies für mich eher eine Gelegenheit war, um die Gruppenfunktionalität bei Xing zu testen. Insofern: Daumen hoch an Xing, ich hoffe das ich ähnliche Erfahrungen auch zu anderen Themen und in anderen Gruppen sammeln werden. Unabhängig von dem konstruktiven Feedback bei Xing freut sich unser Team natürlich auf weitere Ideen, Lösungsansätze und Vorerfahrungen zum Thema Unternehmensbewertung junger technologieorientierter Startups.

TU Dortmund gibt Tips zur Finanzierung von StartUps aus Hochschulen

Donnerstag, 04. Juni 2009

Die TU Dortmund hat heute nachmittag eine – wie ich meine – sehr gelungene Veranstaltung zum Thema “Finanzierung von Geschäftsideen aus Hochschulen” auf die Beine gestellt. Wir danken dafür insbesondere Herrn Hanny und G-DUR, der das Zusammentreffen von Investoren und Gründern aus der Umgebung Dortmund organisiert hat und freuen uns auf folgende Veranstaltungen dieser Reihe. Unser Tip für die nächsten Gelegenheiten wäre ein Get-Together-Event, das ausschließlich für junge Gründer aus dem ganzen Ruhrgebiet angeboten wird, natürlich branchenübergreifend. Dort könnte man sich dann in gemütlicher Atmosphäre kennenlernen, Erfahrungen austauschen und möglicherweise sogar Kooperationspartner finden (was heute auch ein großer und spannender Teil der Gespräche war).

Ein besonders großes *daumenhoch* geht heute an das Gründerteam Elumo mit ihrem Dienst Textscout, der aus meiner Sicht riesiges Potential besitzt. Die Idee Texte per Handy vorzulesen hilft bestimmt nicht nur Blinden und Analphabeten, mir fallen da direkt ein paar Anwendungsbereiche für das Business ein ;-)

Die Präsentation heute hat jedenfalls nicht nur mich überzeugt, das hat der zwischenzeitliche Beifall klar gezeigt.



 
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